Regine Kölpin

Regine Kölpin Autorin

„….Einfach eine klasse, facettenreiche Frau!“
Petra Steps, Veranstalterin KrimiLiteraturtage Vogtland


Welche Art von Büchern schreibst du? Wer sind deine Leser:innen? 

Ich bin sehr vielseitig unterwegs. Meine Leserinnen und Leser sind vom Alter her bunt gemischt.

Schreibst du nur in einem Genre oder bist du breiter aufgestellt?

Ich bin sehr breit aufgestellt und schreibe über historische und zeitgeschichtliche Romane auch Familiengeschichten, Weihnachtsbücher, Adventskalender und Wohlfühlromane, die in ganz Europa spielen.

Wo kommst du her, wo und wie lebst du heute und/oder wo und wie würdest du gerne leben?

Regine Kölpin Autorin Milchhof

Ich stamme gebürtig aus Oberhausen in NRW, habe dort aber nur das erste halbe Jahr meines Lebens verbracht. Dorthin habe ich noch verwandtschaftlicher Beziehungen. Da mein Vater im Bergbau als Steiger tätig war sind wir dann nach Hessen gezogen, wo wir auf einem alten Rittergut gelebt haben, mitten in der Natur.

Von dort sind wir eine Weile nach Köln gezogen und im Alter von 5 Jahren hat es mich bereits an die Küste verschlagen, weshalb ich mich auch friesisch sozialisiert fühle. Ich bin hier zur Schule gegangen, aufgewachsen und liebe die norddeutsche Mentalität, die ich auch komplett adaptiert habe. Wir leben auf einem kleinen Dorf, und da ich ein bekennendes Landei bin, wohne ich genauso, wie ich es mir wünsche.

Wer bist du, wie definierst du dich und/oder wer würdest du gerne sein?

Ich fühle mich in meinem Leben angekommen, habe beruflich als Schriftstellerin viel erreicht, war ja sogar mehrfach auf der Spiegel-Bestsellerliste. Privat bin ich Großfamilienmutter mit 5 erwachsenen Kindern und vielen Enkelkindern, was mich neben der Arbeit ausfüllt und glücklich macht. Deswegen möchte ich auch einfach nur ich selbst sein und habe keine weiteren Vorbilder.

Bezeichnest du dich als Autor:in oder als Schriftsteller:in? Was macht den Unterschied für dich aus?

Ich bezeichne mich als Schriftstellerin, weil ich kreativ unterschiedlich mit literarischen Texten unterwegs bin. Der Unterschied liegt für mich darin, dass eine Autorin oder ein Autor ja auch Sachbücher verfassen kann oder Fachliteratur, mein Fokus aber auf der Literatur liegt. 

Über welchen Weg bist du zum Schreiben gekommen? War es Berufung? Ausweglosigkeit? Das Feuer für die Sprache? Das Interesse an deiner Zielgruppe? Oder einfach schnöder Zufall?

Ich habe schon im Alter von 10 Jahren meinen ersten Roman verfasst und damals beschlossen, auf jeden Fall einmal Schriftstellerin zu werden. Dennoch habe ich nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur examinierten Krankenschwester gemacht und in dem Beruf gearbeitet. Ich war lange Zeit Familienmanagerin, habe mich dann aber über verschiedene Fernstudiengänge fortgebildet, indem ich noch einmal Deutsch und Literatur in Angriff genommen und an der Axel Andersson Akademie die Lehrgänge der Großen Schule des Schreibens inklusive der Kinder und Jugendliteratur absolviert habe. Parallel dazu sind von mir die ersten Kurzkrimis erschienen, der erste Roman bei einem kleinen Verlag, und ich habe Kontakt zu unterschiedlichen Schriftstellerorganisationen aufgenommen.

Regine Kölpin Autorin

Es gab natürlich viele Rückschläge, wichtig war unterm Strich, dass ich immer wieder aufgestanden bin und nie aufgegeben habe, an meinen Traum zu glauben. Und so ist das Ganze dann langsam gewachsen. Mein Durchbruch habe ich erzielt, nachdem ich mir 2012 eine Agentin gesucht habe, die mich bis heute auf meinem inzwischen sehr erfolgreichen Weg begleitet. Ich schreibe nur noch für große Publikumsverlage und kann von meiner Arbeit leben. Mein Traum hat sich erfüllt. 

Wer oder was motiviert dich zum Schreiben?

Das mach ich in erster Linie selbst, weil ich ständig einen inneren Drang verspüre, Geschichten zu erzählen. Sehr motivierend ist für mich immer die Recherche, bei mir das einen kreativen Input gibt.

Wo oder in welchem Kontext schreibst du am liebsten/besten? 

Der kreative Prozess gelingt mir am besten in meinem Arbeitszimmer. Wie ich vorhin schon erwähnt habe, wohnen wir sehr ländlich, und ich blicke beim Schreiben über die Kuhwiese zu einer Kornmühle. Das ist sehr idyllisch und inspirierend. Hier schaffe ich mir die Atmosphäre, die ich zum Schreiben brauche. Ich habe die nötige Ruhe, dazu ich höre beim Schreiben gern klassische Musik, trinke Tee oder Kaffee, im Winter flackern auch Kerzen. Dabei lasse ich mich durch meine Geschichten treiben. 

Wir sind auch sehr viel mit dem Wohnmobil unterwegs. Auf diesen Reisen überarbeite ich liebend gern meine Texte oder erfinde neue Geschichten.

Was ist das Besondere an deinen Texten und Figuren?

Ich freue mich immer sehr, wenn das Feedback der Leserinnen und Leser lautet: Das ist ein echter Kölpin.
Meinen Figuren versuche ich immer sehr viel Leben einzuhauchen, sie vielschichtig zu gestalten und keinesfalls nur abzubilden. Das genau macht für mich den Reiz aus.

Warum sollte ein:e Leser:in deine Bücher in die Hand nehmen? Oder warum sollte jemand deine Bücher an einen anderen Menschen verschenken?

Ich hoffe natürlich, stets spannende und fesselnde Bücher zu schreiben, was allein ein Grund sein sollte, sie zu lesen oder weiter zu verschenken. Als Schreibende gibt man da ja alles, trotzdem muss man sich darüber klar sein, dass man niemals alle erreichen kann. 

Erzähl doch bitte ein wenig über deinen letzten Roman (oder über das Buch, das du von deinen Büchern am liebsten magst).

Am liebsten mag ich eigentlich immer das aktuelle Buch, weil mir dabei immer noch das Herzblut sehr gut in Erinnerung ist, das ich dort hineingesteckt habe. 

Fertiggestellt ist jetzt der Roman zwischen Zuversicht und Leben, der Ende Oktober im Piper Verlag erscheint. Er thematisiert zum einen die Schneekatastrophe in Norddeutschland 1978 und im Februar 1979, die ich selbst als Jugendliche erlebt habe. Mir sind die dramatischen Szenen von damals noch gut im Gedächtnis. Um es ganz authentisch erzählen zu können, habe ich noch etliche Archive durchforstet, damit auch die zeitliche Chronologie stimmig ist. Getragen wird die Story von meiner Hauptfigur Esther Dahlmann, die in dieser Zeit als Hebamme tätig ist und mein Faible für medizinische Themen(das ist wohl meinem alten Beruf geschuldet) unterstützt. 

Das Thema der Hebammensituation ist ja auch heute wieder sehr präsent, und schon damals hatte dieser Berufsstand stark mit der politischen Situation und den Umbrüchen zu kämpfen, was ich auch sehr stark auf die werdenden Mütter ausgewirkt hat. Ich habe in dieser Zeit nicht nur im Krankenhaus gearbeitet, sondern auch mein erstes Kind bekommen und konnte deshalb sehr intensiv darüber schreiben. Im Frühjahr wird es einen zweiten Teil dazu geben.

Welche Bücher sind von dir bereits erschienen?

Es sind über 50 Romane, Herausgaben und Geschenkbücher, hinzu kommt eine Vielzahl an Kurzgeschichten.

Regine Kölpin Autorin Lametta

Einen Namen habe ich mit zum einen über die sehr bekannten Oma Romane, die bei Droemer Knaur erscheinen gemacht, und natürlich mit den historischen und zeitgeschichtlichen Büchern im Pieper Verlag. Da zu nennen wären der Nordsee Hof, Das Haus am Deich, Die Töchter der Kornmühle und der Milchhof. Alle Bände haben sich genau wie die Omas sehr gut verkauft und das Haus am Deich war unter den ersten 20 auf der Spiegel- Bestseller Liste. Der Nordseehof war auch unter den besten 50.

Ein weiterer Fokus liegt auf den Adventskalenderbüchern, die ich zusammen mit meiner Kollegin Gitta Edelmann schreibe, und Briefe für dich mehrere Wochen auf der Spiegel Bestseller Liste unter den ersten 50 zu finden war.

Woran arbeitest/schreibst du gerade?

Ich habe gerade den zweiten Teil meiner Hebammen Romanreihe fertiggestellt und arbeite jetzt an einem historischen Roman für Piper. Worum es da geht, kann ich leider noch nicht verraten. Aber es ist ein unheimlich packendes Thema.

Was ist die schönste Rückmeldung eines/einer Leser:in gewesen, die du bekommen hast?

Da gibt es natürlich mehrere Rückmeldungen, dieser nachhaltig sind. Es häufen sich die Aussagen wie: „Ich habe alle ihre Bücher gelesen, sie machen süchtig.“ Das lässt das Schriftstellerherz natürlich höher schlagen und es freut mich ungemein. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an meine Leserinnen und Leser.

Copyright für die Porträts: Marion Erdwiens


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